Die niederländische Nordseeküste     

Eigentlich wirken die Küstengebiete für den Powerkiter ansprechend und einladend. Zeeland - ganz im Süden Leider sind viele dieser Strände und Dünen für Drachenflieger verschlossen. Die Dünen sind fast überall als Naturschutzgebiet eingezäunt, aufgrund des hohen Touristenaufkommens dortzulande verständlich. Die meisten Strände an Nord- und Westküste sind zumindest während der Saison für Lenkdrachenflieger ausdrücklich gesperrt. Man bekommt zwar alternative Fluggelände zugewiesen, für mich war das aufgrund des fehlenden Platzes aber meist indiskutabel. Auf den südwestlichen Inseln wie Schouwen usw. hat man mit die besten Chancen, passendes Fluggelände zu finden. Ich fahre mittlerweile nur ausserhalb der Saison an holländische Küsten, dann kann man sich an vielen Stellen austoben, sogar in Zaandvort, was in der Saison supervoll ist.

Als die schönsten Strände zum Powerkiten sehe ich die Strände auf den südlichen Inseln an (Schouwen usw), wobei ich nicht alles in Holland gesehen habe. Ich kenne eigentlich nur die westlichen Küstengebiete, so bis Den Helder etwa, weiter nördlich habe ich es noch nicht probiert.
Breite Strände Im Oktober 1999 herrschte in Hamburg eine Sturmflut bei über 12 Windstärken, manch einer könnte sich daran erinnern. An diesem Wochenende fand ich an der nordwestlichen Ecke von Schouwen ein hochgeniales Plätzchen, um mich mit einen einzelnen Super10 bei 8-9 Windstärken mal richtig gehen zu lassen. Eine Bucht mit einer Strandfläche von ca. 1000m x 300m, so gut wie keine Passanten, ideale Grundlagen für endlosen Kite-Fun. Ich habe auf den Inseln einige Orte in dieser Art entdeckt, die den Powerkiter einladen.

Der Holländer zeigt sich dem Powerkiten gegenüber sehr interessiert. Bei den Holländern haben sich immer die grössten Zuschauertrauben gebildet, die einen mit Beifall unterstützen:-). Das Problem beim Holländer ist halt die unterschiedliche Einstellung zu Deutschen. Einige Niederländer haben eine grundlegend negative Einstellung zu Deutschland, auch wenn sie unser Land stellenweise touristisch überfluten. Irgendwie rührt das noch aus Kriegszeiten, fürchte ich. Hoffentlich verstehen unsere Nachbarländer irgendwann, dass auch bei uns alte Menschen sterben und junge geboren werden - und der Krieg ist über ein halbes Jahrhundert her!
Holland!

Ganz im Gegensatz hierzu zeigen sich viele Holländer extrem freundlich und aufgeschlossen gegenüber Deutschen, dass man von den Socken ist. Wenn man ein Problem hat, helfen viele Einheimische direkt und unkompliziert, oft ohne dass man fragen muss.
In Küstengebieten kommt man mit deutscher Sprache meistens gut zurecht, ein paar Bruchstücke spricht fast jeder dort. Ansonsten gibts noch Englisch, das sprechen auch einige Holländer.

Parkplätze sind an den Küsten wirklich ein Problem. Die Parkplatzstruktur ist absolut auf den Massentourismus eingestellt. Sündhaft teure Parkplätze in Strandnähe müssen selbst ausserhalb der Saison gesucht und verteidigt werden. Da kommt man sich wirklich ausgenommen vor, wenn man beispielsweise in Zaandvort tagsüber parken möchte, und dann auch noch mit einem Transporter. Da passiert dann folgendes: Sie suchen etwa eine halbe Stunde nach einem Parkplatz, an dem keine Schranke auf 2 Meter Höhe das Befahren mit dem Transporter verhindert. Uff - hier ist einer. Die Schranke gibt es zwar auch, aber sie ist offen. Und da steht ja noch ein Wohnmobil, der Platz ist bestimmt extra für grössere Wagen. 5 DM je Stunde ist zwar recht ungewohnt, dort aber fraglos ein gängiger Preis. Nach mehreren Stunden am Strand kehre ich zum Wagen zurück, es ist etwa 16:00 Uhr, und es stehen nur noch einige PKW auf dem Platz. Dummerweise muss ich feststellen, dass die Schranke nun geschlossen ist, und ich wie eine Maus in der Falle stecke - dumm gelaufen. Wäre da nicht ein sehr netter Einheimischer gewesen, der die Situation per Handy schnell klärte, sodass ein Stadtbeamter 30 Minuten später die Schranke wieder öffnete, hätte ich die Nacht wohl dort verbracht. Mittlerweile habe ich viele Leute kennengelernt, denen es genauso erging. Was bezwecken die Holländer bloss mit dieser Mausefalle?

Unterkünfte sind an holländischen Küsten touristengerecht vielzählig vorhanden. Günstige Hotels oder Pensionen muss man allerdings suchen gehen, die Preise sind auch in der Nebensaison etwas höher. Es gibt weiterhin viele Freizeitparks mit Wohnhütten, aber das ist auch nicht jedermanns Sache. Zeltplätze sind an der Küste gut verteilt. Für Wohnmobile sind sie oft der einzig verbleibende Nachtplatz, in Touristengebieten sind Wildparker nicht allzu gern gesehen.

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